Chacokrieg :
Bolivien, das im Salpeterkrieg (1879 - 83 , Bolivien verlor an
Chile seinen einzigen Seezugang Antofagasta ) seinen Zugang zum Meer
verloren hatte, versuchte, sich im 20. Jahrhundert durch den Landstrich
Chaco nach Westen auszudehnen, um an einen geeigneten Flußhafen
am Rio Paraguay eine Wasserverbindung am Meer zu gewinnen. Der
bolivianischen Expansion stellte sich Paraguay entgegen, das den
nördlichen Chaco für sich beanspruchte. 1928 kam es zwischen
beiden Staaten zum ersten bewaffneten Konflikt und 1932 zum Krieg.
Andere Quelle
Kaum hatte sich das Land von dem unheilvollen Triple-Allianz-Krieg
(Argentinien, Uruguay und Brasilien gegen Paraguay : ca. 1Million
gefallene Paraguayer) etwas erholt, erschütterte 1932 - 35 unter
dem Präsidenten Eusebio Ayala ein neuer Krieg das Land. Der
nördliche Nachbar, Bolivien , hatte bereits seit 1852 territoriale
Ansprüche auf den Gran Chaco erhoben. Da dieses trockene, öde
Savannengebiet jedoch allen Beteiligten als kaum bewirtschaftbar
erschien und sich der Binnenstaat Bolivien überdies mehr nach
Westen orientierte, wo man bei den Peruanern einen Anschluß ans
Meer erzwingen wollte, blieb die Frage nach dem wirklichen Besitzrecht
über Generationen in der Schwebe.
Tatsache ist, daß nach altem spanischen Kabinettbeschlüssen
aus den Jahren 1741 und 1777 Bolivien verbriefte Eigentumsrechte am
Gran Chaco besaß, wo die Paraguayer in den zurückliegenden
Jahrzehnten einige Forts und Festungen zum Schutz gegen wilde
Indianerstämme errichtet hatten. Und sicherlich wäre der
Chaco auch weiterhin als eine Art von Niemandsland toleriert worden,
wären in den zwanziger Jahren nicht hartnäckige Gerüchte
laut geworden, das diese fast gänzlich unerforschte Region riesige
Erdölvorkommen berge.
Ganz im Nordwesten des Chacos wurde bereits nach Öl gebohrt. Ein
Bolivianer namens Torres durchstreifte monatelang die wasserlosen
Wüsten und die Randgebiete der Salzwasserflüsse im Chaco.
Seine Erdproben und Gesteinsuntersuchungen fielen anscheinend positiv
aus. Da er nicht über den finanziellen Rückhalt
verfügte, knüpfte er Verbindungen mit der amerikanischen
Standard-Oil an. Damit war die Lunte zum Chacokrieg gelegt, da die
Paraguayer natürlich auch ihre Informanten im Bezug auf die
Ölvorkommen hatte. Binnen kürzester Zeit sah sich Paraguay
nun wieder mit einem militärisch und personell weit
überlegenen Gegner konfrontiert. Drei Jahre kämpften die
gegnerischen Armeen in der sengenden Hitze der "Grünen Hölle"
unter furchtbaren Entbehrungen. Durch die Unwegsamkeit des
Geländes kam es immer wieder auf beiden Seiten zu
Nachschubproblemen. Es fehlte an Trinkwasser, Medikamenten, Essen und
Munition. Malaria, Schlangenbisse, die mörderisch herabbrennende
Sonne, Moskitos, Ameisen, Typhus und die schiere Erschöpfung
forderten täglich ihre Opfer. Ganze Batallione kamen bis auf den
letzten Mann durch Durst Sieg der Paraguayer im September ´32 um
die befestigte Stellung Boqueron Sieg der Paraguayer 1933 gegen die
bolivianischen Elitetruppen bei Centeno Insgesamt verloren in diesem
Krieg, aus dem Paraguay als umstrittener Sieger hervorging, 50.000
Paraguayer und 80.000 Bolivianer ihr Leben. Der nachfolgende
Friedensvertrag regelte die Gebietsrechte, und der Chaco wurde
anerkannt als paraguayisches Gebiet.
Die Hoffnung auf grobe Ölschätze blieb jedoch unerfüllt.
Obwohl die Standard-Oil später alle Bohrversuche für
ergebnislos erklärte, tauchen hier und da noch heute Gerüchte
über gigantische, geheimgehaltene Ölvorkommen auf.
Mitten in diesem Kriegsgebiet befanden bzw. befinden sich die
Mennonitencolonien Menno, Fernheim und Neuland. Da Neuland erst 1948
gegründet wurde, haben sie die Kriegswirren nicht mit erlebt.